Hola Chicas,

heute ist Freitag, der 18. September 2026. Es ist ein bisschen wärmer als sonst, so um die 23°.

Da heute Freitag ist, gehe ich ganz normal arbeiten in der Bildungseinrichtung Instituto Evangélico Luis Siegel.

Dafür bin ich heute um 7:30 Uhr aufgestanden und habe mir als Erstes einen Kaffee gemacht, während ich mit meiner besten Freundin Miranda telefoniert habe. Beim Kaffeetrinken konnte ich dann diese Aussicht von unserem Balkon aus dem 15. Stock genießen. Gleichzeitig habe ich mich weiter fertig gemacht und mein Mittagessen eingepackt.

Um 8:30 Uhr bin ich aus der Wohnung zum Fahrstuhl und runtergefahren, um zu der Bushaltestelle zu laufen, die so circa 10 Minuten entfernt ist. Dort habe ich nochmal ungefähr 10 Minuten auf meinen Bus gewartet. Irgendwann kam er dann auch und ich wollte ihn per Handsignal zum Anhalten bringen (wie man das hier halt macht). Das hat aber nicht so gut funktioniert, weil der Bus einfach weitergefahren ist und erst an einer Haltestelle weiter hinten gehalten hat, wo er anscheinend sowieso immer hält. Für mich ist es manchmal so verwirrend, wo welcher Bus hält, weil das nicht wirklich beschildert ist, sondern nur auf Google Maps steht. Na ja, ich habe den Bus auf jeden Fall noch bekommen, nachdem ich ihm kurz hinterhergerannt bin. Jedes mal wenn ich hier Bus fahre habe ich gefühlt 5 Nahtoterfahrungen, weil die Busfahrer hier so scharfe Kurven nehmen. Also es istwirklich bemerkenswert, wie gut die den Verkehr hier einschätzen können. Der Verkehr besteht hier auch hauptsächlich aus Einbahnstraßen und es gibt nur wenige Straßen, die in beide Richtungen gehen.

Nach circa 30 Minuten Fahrt bin ich um 9:30 Uhr angekommen und konnte mit meinen Aufgaben anfangen.

Als ersten Punkt auf meinem Stundenplan hatte ich „Videos didácticos canal Youtube“. Das heißt sowas wie, dass mein Mitfreiwilliger Elias und ich zusammen YouTube-Videos für  die Kinder erstellen, damit die sich das zu Hause anschauen können. Das soll dabei helfen, die deutsche Aussprache zu üben. Elias kam heute zu spät, deswegen habe ich schon mal alleine ein Video zu den Wochentagen, „Los días de la semana“, gemacht. Ich konnte das Voice-Over leider noch nicht dazu machen, weil es in der Schule zu viele Hintergrundgeräusche gibt.

Um 12:00 Uhr hatte ich Pause und habe mein mitgebrachtes Essen gegessen. Das waren noch Reste vom Abendbrot des Vortags: Reis und Linsen mit Spinat und Tofu. Außerdem brauchte ich noch eine neue Zahnbürste und Zahnpasta. Das habe ich in der Pause auch gleich erledigt und bin dafür kurz zu einer „Farmacia“ gelaufen.

 

 

Um 13:00 Uhr ging es dann direkt weiter mit dem Unterricht. Heute hatte ich zwei Stunden Deutsch in der fünften Klasse. Das war echt entspannt, weil die Kinder eigentlich nur Aufgaben im Arbeitsheft erledigt haben, die die Lehrerin und ich anschließend kontrolliert haben. Danach haben sie noch Plakate zu den Unterschieden zwischen argentinischer und deutscher Weihnacht gemalt.

Als der Deutschunterricht vorbei war, hatte ich 15 Minuten Pause und zum Abschluss des Tages stand um 14:55 Uhr noch Tanzen an. Der Tanz, den die Kinder hier in der Schule lernen, ist traditionelle Folklore. Irgendwie finde ich die Lehrerin vor dem Unterricht nie und muss sie erst mal so eine halbe Stunde suchen. Schlussendlich habe ich sie auf dem Sportplatz entdeckt – was mich gewundert hat, weil Tanzen bisher immer auf dem Hof war. Am Anfang habe ich nur zugeschaut, aber habe dann nach einem Klassenwechsel auch selber mitgemacht. Es war so lustig, auch wenn ich kaum verstanden habe, was die Lehrerin erzählt hat. Zum Glück hat mir der Schüler, der mir gegenüber stand, immer wieder versucht alles zu erklären. Trotzdem habe ich nicht viel mitbekommen, weil mein Spanisch noch relativ schlecht ist.

Danach bin ich wieder mit dem Bus nach Hause gefahren. Auf dem Weg von der Haltestelle zu meiner Wohnung habe ich noch einen kurzen Stopp bei einer „Dietética“ eingelegt, um Tofu zu kaufen, da man den in normalen Läden meistens nicht bekommt.

Endlich zu Hause, habe ich mir erst mal ein Sandwich zum Abendbrot gemacht. Meine Mitbewohnerin war heute Abend nicht da, weil sie andere Freiwillige in Quilmes besucht hat. Um 19:00 Uhr habe ich mich ins Bett gelegt, um kurz Powernapping zu machen, aber nach einer halben Stunde habe ich gemerkt, wie müde und schlapp ich eigentlich war. Ich bin dann direkt liegen geblieben und habe bis nächsten Morgen um 8 Uhr durchgeschlafen.

Ich habe am Anfang echt unterschätzt, wie anstrengend es ist, den ganzen Tag eine Sprache zu sprechen, die man nicht kann. Vor allem mit kleinen Kindern, weil die extrem schnell und oft alle gleichzeitig reden. Trotzdem merke ich deutliche Verbesserungen bei meinem Spanisch, was mich richtig freut.

Genau, das war mal ein ganz normaler Tag hier in Buenos Aires – abgesehen davon, dass ich so extrem früh im Bett lag.

Chao!

 

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